PROFESSUR FÜR TRAGWERKSENTWURF
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Den Beton der Form nach in den Wind
Schalenbauten Ulrich Müther

Strandwache, Binz, Rügen

Fr (abend) 22.10. So (morgen) 31.10.09 | 12 bis 14 Teilnehmende | Kostenrahmen C

Impressionen Schalenbauten | Impressionen Kunstobjekte | Poster

Beton, anders als alle anderen Baustoffe, ist in seiner Gestalt nicht schon natürlich festgelegt. In flüssiger Form wird er an Ort und Stelle in jede, fast beliebige, Gestalt gegossen. Die Form ist gewollt, das Material gibt sich ihr gutmütig hin. In seinem Wesen ist der Beton also immateriell, körperlos, was uns beim Umgang immer zum Modellieren herausfordert. Sein Wesen kann Schwere oder Leichtigkeit sein hier verschmelzen Skulptur, Malerei und Architektur zu einer Einheit.

In der Architektur stehen die Schalenbauten für das Erforschen von Plastizität mittels grosser Leichtigkeit, für Räumlichkeit und für die Auseinandersetzung von Aussen- und Innenraum ohne Transparenz, sondern mit der sinnlichen und gezielten Führung seiner massiven Grenze. Ulrich Müthers Betonschalen kontrastieren auf besonders reizvolle Art den Gegensatz von oft streng mathematisch oder experimentell hergeleiteter, klarer Form und der rauhen, weiten Landschaft Rügens. Die Vermittlung von physikalisch notwendiger und gestalterisch beabsichtigter Form kann hier anschaulich nachvollzogen werden, denn die Fläche ist immer logisch die Tragfähigkeit wächst aus der Form heraus.

Während der einwöchigen Seminarreise zur Insel Rügen wollen wir das Wesen des Betons gemeinsam erforschen. Dabei werden wir anhand von ausgewählten Schalenbauten Müthers und mit verschiedenen eigenen experimentellen Arbeiten die Formbarkeit und Formwirkung untersuchen. Im Mittelpunkt steht die persönliche Auseinandersetzung mit dem Material, bei der kleine, individuelle Betonobjekte realisiert werden. Die Reise wird durch den Künstler Niklaus Wenger begleitet.

Last modified 19.4.2012